kaltgeschmiedet* beschreibt die Veränderung, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in ganz Europa ereignete: Ohne äußeren Zwang gaben Bauern ihre Abhängigkeit von der Natur auf und fügten sich als Arbeiter in durch den Glockenschlag organisierte Fabrikationsabläufe. Doch kein Umformprozess geht ohne Hitzigkeiten und Macken schlagen vonstatten. Es geht um das miteinander Leben und Streiten von traditionell geprägten Bauern und aufstrebenden Arbeitern, aber auch Arbeitern und Besitzerfamilie in einem neu verstandenen Zeitgefüge.

Erzählt wird die Geschichte der Arbeiterfamilie Göbel über drei Generationen. Eine Geschichte, wie sie sich überall im industrialisierten Europa dieser Zeit hätte abspielen können, frei erfunden, dabei historisch authentisch. Verknüpft ist diese Familiengeschichte mit der Bügeleisenfabrik in Oberriexingen, die 1863 durch die Familie Kaltschmid gegründet und 1933 verkauft wurde.

Zur Handlung: Mit dem Verkauf der Fabrik im Jahre 1933 verliert Willi Göbel seine Arbeitsstelle und damit das  Wohnrecht im Meisterhaus. Just zu dem Zeitpunkt, als in der vierten Generation ein Kind geboren wird.
Über drei Generationen ist die Familie mit der Fabrik verbunden: Schon als Kind arbeitete Großvater Wilhelm Göbel
am Bau des Fabrikgebäudes mit. Stolz ist er auf das, was er geschaffen hat.
Den Spott der hiesigen Bauern, die den Arbeiter als mittelloses „Pack“ beschimpfen, erträgt er leicht. Kann er doch das Herz der schönen Bauerntochter Marie gewinnen.
Ihre Kinder sollten es besser haben. Willi, der mit der Konfirmation Lehrbub in der Kaltschmid’schen Fabrik wurde, bringt es bis zum Meister. Und Emma, seine Schwester, wird Dienstmädchen im Kaltschmid’schen Haushalt.
Unterbrochen wird diese Hoch- Zeit durch die Schrecken des Ersten Weltkrieges, die die Familie Göbel an der Heimatfront erlebt.
Gerne erinnern sich alle an das große Fest, das zum Dank für die Stiftung der Festhalle gefeiert wurde.
Und so weist die Geburt des Stammhalters, wie das, was sicht- und greifbar über Generationen geschaffen wurde,
hoffnungsvoll in die Zukunft

Erzählt wird nicht-chronologisch in acht großen Ausschnitten. Dabei fügt sich die Geschichte der Familie Göbel wie ein Puzzle zusammen.

* kaltschmieden (auch: Kaltumformung) von Stahl:
    · Arbeitstemperatur liegt bei Raumtemperatur, Erwärmung auf bis zu 150 °C durch die Energie des Umformprozesses
    · Enge Maßtoleranzen sind erreichbar
    · Keine Verzunderung der Oberfläche
    · Erhöhung der Festigkeit und Verringerung der Dehnung durch Kaltverfestigung
                                                             Quelle: wikipedia

 

Gespielt wird kaltgeschmiedet mit großer Besetzung an teilweise historischen Orten, die durch die Arbeiter der Kaltschmid’schen Bügeleisenfabrik geschaffen wurden. In Form eines Theaterspazierganges werden die Zuschauer in unterschiedliche Zeit- und Erlebensräume geführt. So entsteht an- und berührendes Volkstheater, das Historie
vermittelt und Bezüge zur aktuellen Gesellschafts-Situation aufzeigt.
   

> Mitwirkende     

                                                                    

Pressestimmen:

Bietigheimer Zeitung vom 05.06.2010 / vom 28.06. 2010

Ludwigsburger Kreiszeitung vom 18.06.2010 / vom 28.06. 2010

Vaihinger Kreiszeitung vom 28.06.2010
EnBW Kundenmagazin 03/10

> Die Filmische Dokumentation zum Preis von 10.- € bestellen