Vor 100 Jahren, 1918, scheint plötzlich alles möglich:


Noch bevor der Krieg endet, wird das Land nicht mehr monarchisch regiert. Württemberg ist freier Volksstaat. Gleichzeitig wird das Wahlrecht für Alle verkündet. Offen ist aber noch, ob die Regierung durch Arbeiter- und Soldatenräte gebildet wird oder ein repräsentatives System entsteht.

Wie dieser Anfang auf die Menschen in Stuttgart und anderswo wirkt, wird anhand authentischer Biographien erzählt. Zu Wort kommen vor allem die Frauen:

Ricke, die als Straßenkehrerin Tag für Tag den Dreck anderer Leute wegmacht und dabei Vieles zu sehen und zu hören bekommt. Neuigkeiten über die politischen Unruhen erfährt sie von ihrem Sohn Karl. Der kämpft an der Seite der Spartakisten für eine neue Welt.

Die Idee, dass jeder frei sei und gleich, besonders die Frauen zu ihrem Recht kommen, begeistert auch die junge Frieda. Noch ist sie in Stellung im Haus der Frau General. Die pocht auf althergebrachtes Recht. Dass ein Dienstmädchen verheiratet ist, ist undenkbar. Doch für Frieda ist diese Arbeit die einzige Möglichkeit, während der Mann an der Front ist, für die vier Kinder zu sorgen.

Als endlich Frieden vereinbart ist und die Soldaten von der Front zurück kehren, sollen die Frauen wieder an ihren Herd. Der Ruf nach Ruhe und Ordnung ist laut. Wer, wie der charmant auftretende Gustav immer und überall zur Stelle ist, um die Verhältnisse zu klären, findet seine Anhänger.

Auch Marianne ist auf ihn hereingefallen. Sie sucht die Einheit von Körper und Seele, den Einklang mit der Natur. So vertraute sie auf den Jungferntee. Als der seine Wirkung verfehlt, sucht sie Hilfe bei Ricke, die sich auskennt mit dem Wegmachen.

Inmitten der sich überschlagenden Ereignisse sucht jeder der Frauen ihren eigenen Anfang für das Neue, für ihr Leben in der deutschen Republik.


„Auf Anfang“ lässt die Zeit vor 100 Jahren in farbigen Bildern lebendig werden. Die Inszenierung bedient sich dafür der damals neuartigen Form der Revue mit vielfältigen musikalischen Anklängen.

Wieder vermittelt das Projekttheater XXL Heimatgeschichte, die über die Region und die Zeit hinaus wirkt.